Willkommen im Malawi-Tower Sauerland


Auf dieser Seite möchte ich ein paar Tipp`s, Informationen und auch eigene Erfahrungen dastellen und näher bringen, die bei der Haltung von Malawisee-Buntbarschen beachtet  und berücksichtigt werden sollten.

 

 

Beckengröße

 

Hier ist erst mal ganz klar anzumerken, " je größer, desto besser".

Ein Malawisee-Aquarium kann nicht groß genug sein und sollte mindestens eine Kantenlänge von 100 cm. mit einem Volumen von 160 Liter haben, welches für kleiner bleibende Arten ausreichen würde.

Aquarien mit einer Kantenlänge von 60 oder 80 cm. sind für die dauerhafte Pflege von Malawisee-Buntbarschen meiner Meinung nach völlig ungeeignet und allenfalls für die Aufzucht von Jungfischen geeignet.

Leider gibt es " Züchter" die sogar eine 80er Käntenlänge vorschlagen, dass musste ich leider selbst miterleben......

Auch sei noch zu sagen, dass eine größere Beckentiefe, der Beckenhöhe vorzuziehen ist, weil so mehr Möglichkeiten bestehen, entsprechende Reviere für die Fische, die Reviere beanspruchen, zu gestalten.

Durch die größere Tiefe, vergrößert sich auch die Wasseroberfläche, so das auch ein besserer Gas.-und Sauerstoffaustausch stattfinden kann.

Ein größeres Aquarium verzeiht auch mal kleinere Fehler bezüglich der Wasserwerte, weil es sich besser regulieren kann bis es endgültig "kippt" und man rechtzeitig reagieren kann.

Natürlich kenne ich auch das Platzproblem um ein größeres Aquarium aufzustellen, deshalb rate ich immer, wer nur Platz für ein 60 oder 80 cm. Aquarium hat, sollte von der Haltung von Malawisee-Buntbarschen absehen.

 

 

Beckeneinrichtung

 

Allgemein gesagt, gibt es keine festen und verbindlichen Regeln für die Einrichtung eines Malawisee-Cichliden Aquarium.

Es sollten jedoch ein paar Dinge beachtet werden, damit wir möglichst eine artgerechte Haltung unserer Pfleglinge gewährleisten können.

Mancher kommt mit mehr oder weniger Steinaufbauten und/oder Pflanzen zum gewünschten Erfolg.

Für die Inneneinrichtung sollten nur Materialien verwendet werden, die sich nicht negativ auf die Wasserqualität auswirken.

Man kann verschiedene Steine verwenden, die auch in der freien Natur zu finden sind z.B. in Bächen und auf Feldern. Diese sollten dann gründlichst gereinigt und am besten abgekocht werden.

Auch gekaufte Steine aus Zooläden sollten wie oben beschrieben gründlich gereinigt werden.

Die Steine sollten in dem Aquarium so verbaut werden, dass Reviere entstehen sowie Versteckmöglichkeiten für unterlegene Tiere und maulbrütende Weibchen.

Auch an " Sichtblenden" sollte man denken, damit sich Revierverteidigende Männchen nicht immer gleich sehen.

Als Bodengrund empfehle ich Sand, da es Arten gibt ,die den Sand nach fressbaren durchsuchen und durchkauen, welcher dann durch die Kiemen wieder ausgestoßen wird und somit auch einen Kiemenreinigenden Effekt hat.

Auch dient der Sand den Fischen zum leichteren anlegen von Laichgruben sowie Sandnestern und Burgen.

Grober Kies würde dieses bauen erschweren.

Pflanzen spielen in einem Malawisee-Becken eher eine untergeordnete Rolle, weil auch im natürlichen Lebensraum kaum Vegetation vorhanden ist.

Ich persönlich finde Pflanzen in einem Aquarium hübsch, was mir aber noch wichtiger ist, sie spenden zusätzlich Sauerstoff, "filtern" zum Teil das Wasser und entziehen den Algen ihre Nährstoffe.

Für das Malawisee-Aquarium sollten robuste Pflanzen, wie z.B. Anubias, Cryptocorynen oder Vallisnerien Arten gewählt werden. Mit diesen habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.

Die Beleuchtung sollte eher etwas dunkler gewählt werden, da sich die Fische bei zu hellem Licht unwohl fühlen und schreckhaft werden. Auch kommen die kräftigen Farben der Fische bei einer dunkleren Beleuchtung viel besser zur Geltung.

 

 

Filterung

 

Da Malawisee-Cichliden sauberes und sauerstoffreiches Wasser benötigen, sollte man einen Filter wählen, der folgende Funktionen erfüllt:

1. Das Wasser mit Sauerstoff anreichert und zuführt

2. Das Wasser mechanisch und biologisch reinigt

3. Der Filter sollte der Aquariumgröße angepasst sein mit einer entsprechenden Durchflussleistung

    und passendem Filtervolumen.

Meiner Meinung nach, sollte das Wasser mindestens 3x pro Stunde umgewälzt werden.

Entsprechende Filtermedien zur Bestückung des Filters bietet der Fachhandel genug, meine Filter habe ich mit Filterschwämmen, Biobällen, Ton/Keramikröhrchen und Zeolith befüllt.

Mit diesen Filtermedien habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und hatte bisher keine Probleme bzgl. der Wasserwerte.

ABER, kein Filter ersetzt einen regelmäßigen Wasserwechsel !!!

Je nach Besatz und Filterung, sollte ein wöchentl. Teilwasserwechsel von 30-50% oder alle zwei Wochen ein 50-70% iger Teilwasserwechsel, meiner Meinung nach stattfinden.

 

 

Futter

 

Eine große Bedeutung hat auch die Fütterung unserer Fische.

Viele Aquarianer machen den Fehler ihre Fische mit " zu schwerer Kost " zu füttern.

Bezüglich unserer Malawis müssen wir die artgerechte Fütterung von Mbunas und Non Mbunas berücksichtigen.

Mbunas sind in der Regel Aufwuchsfresser, mit Außnahmen einiger Labidochromis-Arten, d.h. sie benötigen mehr pflanzliche/ballastreichere Kost, da der Verdauungstrakt anders konzepiert ist als bei den Non Mbunas.

Füttert man Mbunas mit zu viel tierischem Fett und Proteinen, wird dieses zu Verdauungsproblemen führen, die Tiere verfetten, verlieren die Farbe, die Laichbereitschaft lässt nach oder wird eingestellt und im schlimmsten Falle kann dieses zum Tod der Tiere führen.

Non Mbunas sind da eher robuster und können schon eher mal einen " deftigen Brocken" vertragen.

Trotzdem sollte man sparsamer füttern nach dem Motto " weniger ist mehr".

Man sollte auf jeden Fall qualitativ hochwertiges Futter verfüttern.

Meine Pfleglinge bekommen 1x am Tag Futter, Nachzuchten werden 3x am Tag gefüttert und es wird 1 Fastentag in der Woche eingelegt, damit sich der Darm der Fische mal richtig entleert und das Aquariumwasser entlastet wird.

Ich fütter meine Fische abwechslungsreich mit Flocken, Granulat, Pellets und Sticks, zusätzlich bekommen sie 1x in der Woche Frostfutter ( Mysis,,Cyclops, Artemia, Daphnien und Krill ).

Mein Futter beziehe ich von namenhaften Herstellern wie Tropical, Söll und Aquatic nature.

Die Fische danken es mir mit Gesundheit, Vitalität, Farbenpracht und Laichbereitschaft.

 

 

Besatz

 

Wenn man sich für die Haltung und Pflege von Malawisee-Buntbarschen entscheidet, stellt man sich  die Fragen, welcher Besatz passt zusammen und wieviele Fische kann ich einsetzen.

Es sollte erst mal bedacht werden, dass man sehr aggressive Arten nicht mit durchsetzungsschwachen Tieren zusammen pflegen sollte.

Auch muss man auf die Nahrungsansprüche und den artgerechten Lebensraum, den die Barsche benötigen, berücksichtigen.

Deshalb sollte man, bis auf wenige Ausnahmen, Non Mbunas und Mbunas nicht zusammen halten.

Ein Aquarium mit nur wenigen Arten aber mit einer höheren Anzahl von Einzelfischen wirkt natürlicher und funktioniert meistens auch besser.

Eine allgemeine Regel, wieviel Fische man in einem Aquarium unterbringen kann, ist kaum möglich.

Ich persönlich bevorzuge einen leichten Überbesatz, der sich nicht negativ auf das natürliche und artgerechte Verhalten der Fische auswirkt, desweiteren soll es auch stressfrei für die Tiere bleiben.

Dieser leichte Überbesatz dient auch dazu, dass sich die Aggressionen besser verteilen und somit die durchsetzungsschwächeren Tiere  in keinem Dauerstress leben und womöglich krank werden.

In einem unterbesetztem Aquarium ist das Stresspotential viel höher, weil dort die Aggressionen der dominanten Tiere nur auf wenige Fische verteilt wird. Diese ständige Unterdrückung macht die Fische anfälliger für Krankheiten und führt bis hin zum Tode.

Aber auch ein zu stark überbesetztes Aquarium bedeutet für die Fische Stress, wo zu den dazu kommenden Krankheiten auch das natürliche Verhalten verloren geht.

Zum Geschlechterverhältnis sei noch anzumerken, dass man 1 Männchen mit mindestens 2 Weibchen halten sollte, hier spielt auch die Beckengröße eine Rolle. Ist das Becken kleiner, sollte sich die Anzahl der Weibchen erhöhen, damit sich die " Aufdringlichkeiten " des Männchens besser verteilen.

Noch eine Anmerkung von mir, im Grunde sollte man seine eigenen Erfahrungen sammeln, wie ich das auch gemacht habe.

Ein Beispiel von mir: vor geraumer Zeit pflegte ich ein sehr schönes und ausgewachsenen Protomelas spilonotus tanzania Männchen. Dieser Art sagt man nach, dass sie besonders aggressiv seien.

Ich konnte keine übermäßigen Aggressionen feststellen, im Gegenteil, er war mit einer der friedlichsten im Becken, selbst in der Balz wurde er nicht zum " Tier".

Andersrum, pflegte ich mal einen besagten und beschriebenen " friedlichen " Fire fish, der von jetzt auf gleich, auf alles los ging und mir meinen ausgewachsenen und voll in Farbe stehenden Protomelas steveni Taiwan reef Bock getötet hat. Diese Art braucht ca. 2 Jahre um ihre volle Pracht zu zeigen....

Was ich damit sagen will ist, dass jeder Fisch ein Individuum ist und sich nicht alle so verhalten wie sie beschrieben werden.

 

 

Zucht/Aufzucht

 

Hier möchte ich mehr über meine eigenen Gedanken,Erfahrungen und Meinungen berichten.

Als erstes muß ich mal meinen Unmut und eine eigene Meinung kund tun :

Ich bin überhaupt kein Freund von sog. " Züchtern ", die ihre Maulbrütenden Weibchen "ausschütteln", nur um eine höhere Ausbeute an Jungfischen zu erhalten oder kein Platz vorhanden ist für separate Aufzuchtbecken.

Das "Ausschütteln" ist für mich eine gewaltsame Entnahme der Jungfische aus dem Maul der Mutter.

Für so etwas habe ich im Grunde überhaupt kein Verständnis.

Verständnis in einem gewissen Rahmen dieser Methode kann ich nur aufbringen, wenn das Weibchen die Jungbrut zu lange im Maul behält und dabei die Gefahr besteht, dass Mutter und Jungfische sterben weil sie verhungern.

 

Meine Muttertiere werden seperat in ein Aufzuchtbecken, ich nenne es Spuckbecken, gesetzt um dort in aller Ruhe ihre natürliche Brutpflege ausüben zu können.

Damit ich den Zeitpunkt des umsetzens nicht verpasse, halte ich den Zeitpunkt des ablaichens schriftlich fest und kann nun so den ungefähren Zeitpunkt des entlassen der Jungtiere aus dem Maul der Mutter errechnen.

In der Regel beträgt die Brutzeit 21 Tage, nach ca. 14-17 Tagen fange ich die Weibchen aus dem Hauptbecken und setze sie seperat in ein Aufzucht-Becken.

Auch nach so vielen Jahren in denen ich das Hobby betreibe, ist es immer wieder ein Erlebnis und faszinierend, diese Brutpflege zu beobachten und die Entwicklung der kleinen mitzubekommen.

Bei so einem Anblick geht mir immer wieder das Herz auf...

Noch eines zum Thema "ausschütteln", wenn man ständig diese Methode bei seinen Weibchen praktiziert, kann das natürliche Brutpflegeverhalten verloren gehen und sich sogar auf die nächsten Generationen übertragen.

Wie schon angesprochen, werden meine maulbrütenden Weibchen seperat gesetzt und belasse sie noch ca. 7- 14 Tage bei den kleinen nach dem entlassen aus dem Maul. So kann auch das Weibchen wieder zu Kräften kommen, da sie ja in den 21 Tagen keine oder nur sehr, sehr wenig Nahrung zu sich genommen hat.

Meine Nachzuchten werden 3x am Tag mit extra Aufzuchtfutter, dekapsulierten Artemia und fein zerriebenen Flockenfutter gefüttert. Ab ca. 4 cm. Größe gibt es dann auch Frostfutter in Form von Cyclops, Rädertierchen oder Artemia.

Auch bei meinen kleinen achte ich auf eine abwechslungsreiche Fütterung.

Je nach Besatz, wird ein regelmäßiger Wasserwechsel alle 1-2 Tage durchgeführt, dieses ist sehr wichtig, weil es sich positiv auf das Wachstum und die Gesundheit der Jungfische auswirkt. Wenn diese regelmäßigen Wasserwechsel ausbleiben, bleiben die kleinen in ihrer Entwicklung zurück und das kann man sehr schwer bis gar nicht wieder aufholen.

Wenn meine Nachzuchten eine bestimmte Größe erreicht haben, werden sie in das nächst größere Becken gesetzt, dieses bewirkt auch noch mal einen Wachstumsschub.

Für meine Zucht kommen nur einwandfreie, gesunde und in einer guten Kondition stehende Tiere in Frage. Auch findet nach einer bestimmten Zeit ein Ausstausch der Zuchttiere statt um "frisches" Blut in die Zucht zu bringen, dieses hat auch den Grund, immer einwandfreie und gesunde Nachzuchten zu haben.

 

 

Schlusswort

 

Es gibt sicherlich noch mehr Tipp`s, Anregungen und Erfahrungen, die ich hier hätte erwähnen können aber das hätte sicherlich den Rahmen gesprengt.

Ich wollte hier schon mal ein paar grundlegende Dinge erörtern um z.B. für Neueinsteiger in die Malawi-Welt, den Schritt zu erleichtern oder gar dazu ermutigen.Vielleicht ist auch noch der ein oder andere Tipp für einen schon erfahrenen Aquarianer dabei, man lernt ja nie aus, wie ich auch immer feststellen muss.

Für jeden, der dieses wunderschöne Hobby beginnen möchte, rate ich, sich ausführlich zu informieren z.B. über Literatur, Internet und natürlich nicht zu vergessen, bei schon erfahrenen und verantwortungsbewußten Aquarianern/Züchtern, wie ich das auch getan habe.

Die eigenen Erfahrungen kommen im laufe der Zeit von selbst, auch muss man mit Rückschlägen rechnen, die einem aber nicht daran hindern sollten weiter zu machen.

Wie das Sprichwort schon besagt " aus Fehlern lernt man"

Sollten noch Fragen offen sein, zögert bitte nicht mich zu kontaktieren, wenn ich weiter helfen kann, dann mache ich das sehr gerne!!

 

Weitere Beiträge/Ergänzungen werden mit der Zeit noch mit einfliessen.

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